10.06.2026

Spatenstich für neues Wasserwerk Keckquelle

Die Bauarbeiten für das neue Wasserwerk Keckquelle starten. Der Zweckverband Keckquellen (ZVK) baut bei Deißlingen ein neues Wasserwerk, um unter modernster Technik mehr heimisches Wasser fördern zu können.

Es ist ein Projekt mit großer regionaler Bedeutung: Der Neubau des Wasserwerks in Deißlingen. In Nachbarschaft zum aktuellen Wasserwerk „Keckquellen“, wird das neue Wasserwerk gebaut. Am Dienstagnachmittag fand der symbolische Spatenstich statt.

Anlässlich des Starts dieses Zukunftsprojekts waren – neben der Bevölkerung, Kommunalpolitikern und Planern – auch der Landrat des Landkreises Rottweil, Christoph Keckeisen, sowie Villingen-Schwenningens Oberbürgermeister Jürgen Roth der Einladung des ZVK-Verbandsvorsitzenden Ralf Ulbrich und des ZVK-Geschäftsführers Gregor Gülpen gefolgt. In ihren Grußworten hoben sie die Bedeutung des neuen Wasserwerks hervor.

Sichere Wasserversorgung auch in Zukunft
Der Neubau des Wasserwerks werde aufgrund der sich verändernden Gegebenheiten benötigt, um auch in Zukunft eine sichere und leistungsfähige Wasserversorgung garantieren zu können, betonte Deißlingens Bürgermeister Ralf Ulbrich. Rund 12  Millionen Euro wird das hochmoderne, innovative Wasserwerk kosten – aber vor allen Dingen Nutzen bringen.

Bürgermeister Ulbrich, der zugleich Vorsitzender des Zweckverbands Keckquellen (ZVK) ist, richtete bei der Begrüßung seinen Blick in Richtung Zukunft: „Das neue Wasserwerk schafft die Grundlage dafür, die Versorgungssicherheit auch für kommende Generationen zu gewährleisten.“

Keckquelle vor über 130 Jahren erschlossen
Bereits über 130 Jahre ist das Wasserwerk auf Deißlinger Gemarkung ein fester Bestandteil der lokalen Wasserversorgung. Bereits 1895 begann der Bau des ersten Wasserwerks, so Ralf Ulbrich. „Eine technische Meisterleistung ihrer Zeit war, dass das Quellwasser über eine zwei Kilometer lange Druckleitung und große Höhenunterschiede nach Schwenningen gepumpt wurde.“ Als Mitte der 1970er Jahre die Autobahn A81 gebaut wurde, sei zum einen eine neue Infrastruktur entstanden und zum anderen die Anforderung, die lokalen Wasserressourcen noch stärker zu schützen.

Bis zu 300 Liter Wasser pro Sekunde
Der Zweckverband Keckquellen wurde durch die Städte Deißlingen, Schwenningen und den Zweckverband Baarwasserversorgung gegründet. „Damit schuf man ein starkes Bündnis für nachhaltige Wasserversorgung“, berichtete Bürgermeister Ulbrich. Nach wie vor sei die Keckquelle ein „verlässlicher Eckpfeiler unserer Trinkwasserversorgung.“ Zwischen 150 und 300 Liter Wasser schütte die Quelle pro Sekunde. „So entsteht in Kombination mit dem Wasser der Bodensee-Wasserversorgung ein optimal abgestimmtes Trinkwasser, das die Menschen in Deißlingen, Villingen-Schwenningen, Trossingen und die Kommunen des ZV Baarwasserversorgung täglich versorgt.“

Regionale Verbundenheit
Die Verbundenheit mit der Region präge die Arbeit des Zweckverbands Keckquellen, so ZVK-Geschäftsführer Gregor Gülpen. Villingen-Schwenningen trage 60 Prozent am Zweckverband, der Zweckverband Baarwasserversorgung 32 Prozent und Deißlingen 8 Prozent. „Die Zusammenarbeit ist ein starkes Fundament, gerade bei einer Aufgabe, die so elementar wichtig ist wie die Trinkwasserversorgung.“

Gestiegene Anforderungen erfordern Neubau
Das aktuell bestehende Wasserwerk Keckquellen sei vor etwa 50 Jahren gebaut worden und habe zuverlässig seinen Dienst getan, so Gregor Gülpen. „Doch die Anforderungen an die Wasseraufbereitung sind heute deutlich gestiegen. Die Ergebnisse eines Gutachtens haben uns gezeigt, dass die Anlage den Anforderungen langfristig nicht mehr gerecht werden kann, weshalb wir den Neubau realisieren.“

Modernste Technik
Das neue Wasserwerk, direkt neben dem Hochbehälter Gärtle gelegen, wird mit modernster Technologie ausgestattet und damit zukunftssicher gemacht. So wird es mit Ultrafiltration, Niederdruckumkehrosmose-Enthärtung, Aktivkohlefiltration und Chlorelektrolyse-Desinfektionsanlage ausgestattet. „Damit stellen wir sicher, dass auch bei zunehmend anspruchsvolleren Rahmenbedingungen jederzeit hochwertiges Trinkwasser in ausreichender Menge bereitsteht“, erläutert ZVK-Geschäftsführer Gregor Gülpen.

Oberbürgermeister Roth: „Mehr Versorgungssicherheit“
Villingen-Schwenningens Oberbürgermeister Jürgen Roth konstatierte: „Mit diesem Projekt stärken wir nachhaltig die lokale Trinkwasserversorgung.“ Und er verdeutlichte: „Der Anteil an regional gewonnenem Wasser wird künftig weiter steigen – ein wichtiger Schritt hin zu mehr Versorgungssicherheit, Unabhängigkeit und Nachhaltigkeit.“ Dies sei eine gute Nachricht für die Bürgerinnen und Bürger.

Als ein „Symbol für Zusammenarbeit und Zusammenhalt“ sehe er die Keckquellen. Denn: „Diese liegen im Neckartal, ziemlich genau dort, wo Baden und Württemberg zusammenkommen.“ Mit einer Jahresaufbereitungsleistung von 1,7 Millionen Kubikmeter Wasser, sei dieses Wasserwerk ein zentraler Baustein für die Versorgungssicherheit vieler Menschen in der Region. „Es ist eine Investition in Vertrauen. In Lebensqualität. Und vor allem in die Zukunft unserer Heimat.“

Landrat Keckeisen: „Keckquelle Geschenk der Natur“
Der seit kurzem amtierende Landrat des Landkreises Rottweil, Christoph Keckeisen, freute sich über den Anlass der Feierlichkeiten. „Ein Spatenstich markiert den Beginn von etwas Neuem.“ Und er sei zugleich ein Zeichen dafür, dass Verantwortung übernommen wird. „Wasser ist unser wichtigstes Lebensmittel“, betonte der Landrat. „Es ist in unserem Alltag so selbstverständlich und zugleich unverzichtbar.“ Aber selbstverständlich sei es keineswegs. „Wir können uns glücklich schätzen, dass wir hier in unserer Region über hochwertige und ergiebige Wasservorkommen verfügen. Eine Quelle wie die Keckquelle ist ein Geschenk der Natur – und zugleich eine Verpflichtung.“ Die Verantwortlichen stünden in dieser Verpflichtung, die Ressource zu schützen, zu pflegen und mit Weitsicht zu nutzen.

Abschließend hob Christoph Keckeisen noch hervor, der Neubau des Wasserwerks  sei ein Beispiel für gelungene interkommunale Zusammenarbeit.

Bei frischem, kühlem Trinkwasser, direkt aus der Keckquelle, stießen die Gäste auf das neue Wasserwerk an.

Infos zum Wasserwerk
Der Neubau des Wasserwerks wird rund 12 Millionen Euro kosten. Das Land fördert das Projekt mit etwa 1,5 Millionen Euro. Das bestehende Wasserwerk Keckquellen wird nach Inbetriebnahme des neuen Wasserwerks als Pumpstation dienen, um das Quellwasser aus dem Tal zum neuen Wasserwerk zu fördern. Die Fertigstellung des neuen Wasserwerks ist für das Jahr 2029 geplant.

Die Wasserhärte wird durch die neue Enthärtungsanlage von 28 Grad deutscher Härte auf 9 Grad deutsche Härte reduziert.

 

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