Moderne Messeinrichtungen sind einfache digitale Zähler, die den Stromverbrauch messen, aber keine Daten senden oder empfangen. Intelligente Messsysteme hingegen, auch Smart Meter genannt, verfügen zusätzlich über eine Kommunikationseinheit. Diese ermöglicht es, den Zähler ins Kommunikationsnetz einzubinden und Daten zu übertragen.
Über 53 Millionen Stromzähler gab es Ende 2024 in Deutschland. Der Anteil an intelligenten Messsystemen lag gerade einmal bei 2,18 Prozent. Bis Ende des Jahres sollte der Anteil, laut Vorgabe der Bundesnetzagentur, bei 20 Prozent liegen.
Vielerorts hinkt man beim Austausch der Einheiten hinterher – im Netzgebiet der SVS liegt der Anteil der intelligenten Messsysteme heute bereits bei rund 17 Prozent.
Was die digitalen Zähler für Villingen-Schwenningen bedeuten
Die Stadtwerke Villingen-Schwenningen GmbH (SVS) treibt als verantwortungsbewusster Netzbetreiber den Ausbau der digitalen Zählerinfrastruktur in der Region mit Hochdruck voran. Dieser wichtige Schritt ist ein zentraler Baustein für die Energiewende und ermöglicht zukünftig ein effizienteres und transparenteres Energiemanagement. Tobias Steinberg ist Abteilungsleiter Netzvertrieb und Messwesen bei der SVS und ist mit dem Fortschritt zufrieden: „Wir liegen absolut im Zeitplan und werden bis Ende des Jahres die vorgegebene Quote der Bundesnetzagentur erfüllen können.“
Der Roll-out unterstreicht das Engagement der SVS für eine moderne und zukunftssichere Energieversorgung in Villingen-Schwenningen.
Smart Meter: mehr als nur ein Stromzähler
Im Zuge dieser Umstellung werden in bestimmten Haushalten sogenannte intelligente Messsysteme (iMsys), umgangssprachlich auch Smart Meter genannt, installiert. Diese modernen Geräte können nicht nur den genauen Stromverbrauch erfassen, sondern die Daten auch direkt und sicher an den Stromversorger oder den Netzbetreiber senden.
Wer bekommt einen Smart Meter?
Die Entscheidung, ob ein Haushalt ein intelligentes Messsystem oder eine moderne Messeinrichtung (mME) erhält – ein digitaler Zähler ohne automatische Datenübertragung –, trifft in der Regel die SVS als grundzuständiger Messstellenbetreiber.
Gesetzlich vorgeschrieben ist der Einbau von Smart Metern in folgenden Fällen:
• Haushalte mit einem hohen Stromverbrauch von über 6.000 Kilowattstunden pro Jahr (basierend auf dem Durchschnitt der letzten drei Jahresverbrauchs werte oder einer Prognose).
• Haushalte mit Strom erzeugenden Anlagen wie Photovoltaik-Anlagen mit einer Nennleistung über sieben Kilowatt.
• Haushalte mit steuerbaren Verbrauchseinrichtungen wie Wärmepumpen oder Ladestationen für Elektroautos. Hier ermöglichen Smart Meter in Zukunft die Nutzung von Netzentgelt-Vergünstigungen gemäß § 14a des Energiewirtschaftsgesetzes.
Auch wenn ein Haushalt nicht in diese Kategorien fällt, kann die SVS als Messstellenbetreiber optional ein intelligentes Messsystem einbauen.
Der Einbau: Schritt für Schritt in die digitale Zukunft
Die SVS setzt den Einbau der neuen Zähler schrittweise um und informiert die betroffenen Haushalte rechtzeitig. In der Regel erhalten Sie mindestens drei Monate vor dem Einbau ein Schreiben mit der Ankündigung.
Zwei Wochen vor dem konkreten Termin erhalten Kunden eine weitere schriftliche Information mit mindestens einem alternativen Einbautermin. Sie müssen daher nicht selbst aktiv werden.
Kosten und Nutzen der neuen Zähler
Die neuen digitalen Zähler bieten Ihnen als Verbraucher einen besseren Überblick über Ihren Energieverbrauch. Moderne Messeinrichtungen zeigen bereits detaillierte Verbrauchswerte der letzten Tage, Wochen, Monate und des Jahres an. Intelligente Messsysteme ermöglichen perspektivisch durch die Fernauslesung zukünftig präzisere Abrechnungen und in Kombination mit dynamischen Stromtarifen potenziell Kosteneinsparungen durch die
Verlagerung von Verbräuchen in günstigere Zeiten.
Die SVS legt größten Wert auf die Sicherheit der Daten. Die intelligenten Messsysteme und die Datenübertragung erfüllen höchste Sicherheitsstandards und sind vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifiziert.
Als lokaler Netzbetreiber ist die SVS bestrebt, die Energiewende in Villingen-Schwenningen verantwortungsvoll und effizient umzusetzen. Der erfolgreiche Roll-out der digitalen Zähler ist ein wichtiger Baustein auf diesem Weg. Die Umrüstung der Zähler in unserem Netzgebiet ist eine wichtige Basis für unsere künftigen dynamischen Tarife.
