Seit vielen Jahrzehnten ist die Wohnungsbaugesellschaft Villingen-Schwenningen Kunde der SVS. Was ist Ihnen bei einer Partnerschaft mit einem Energieversorger
besonders wichtig?
Rainer Müldner: „Unsere Wohnungsbaugesellschaft besteht seit 1927, im kommenden Jahr feiern wir unser 100-jähriges Bestehen. Und da wir mindestens weitere 100 Jahre anhängen wollen, brauchen wir Partner, auf die man sich langfristig verlassen kann. Vertrauenswürdigkeit ist dabei zentral. Für uns und unsere Mieterinnen und Mieter steht nichts über einer sicheren und zuverlässigen Strom und Wärmeversorgung. Mit der SVS, die ebenfalls fest in Villingen-Schwenningen verwurzelt ist, verbindet uns daher eine logische und konsequente Partnerschaft.“
Der soziale Wohnungsbau wird derzeit intensiv diskutiert. Sie haben zuletzt mehr Tempo gefordert. Wo drückt aktuell der Schuh?
Rainer Müldner: „Wohnungsbau braucht vor allem Verlässlichkeit und stabile Rahmenbedingungen. Genau daran hat es in den vergangenen Jahren gefehlt – insbesondere mit Blick auf politische und gesamtwirtschaftliche Faktoren. Weder im Bereich der Förderprogramme noch bei den allgemeinen Rahmenbedingungen herrscht ausreichend Planungssicherheit. Das macht die Schaffung von Wohnraum enorm schwierig. Dabei ist Wohnen ein Grundbedürfnis. Seit jeher braucht der Mensch Schutz vor Wind und Wetter. Dieses Existentielle gerät jedoch zunehmend aus dem Blick, weil Wohnen häufig als Lifestyle-Produkt dargestellt wird. Das ist es aber nicht. Wohnen muss bezahlbar bleiben. In Baden-Württemberg beobachten wir, dass die Mieten weiter steigen und für immer mehr Menschen kaum noch zu stemmen sind. Als weitgehend kommunale Wohnungsbaugesellschaft sehen wir es als unsere ureigenste Aufgabe, hier gegenzusteuern – auch wenn das zunehmend größere Anstrengungen erfordert.“
Welche Projekte stehen aktuell im Fokus – und welche Aufgaben kommen in den nächsten zwei bis fünf Jahren auf Sie zu?
Rainer Müldner: „Erst kürzlich haben wir gemeinsam mit unserem Aufsichtsrat die Weichen für das Neubauprojekt Sturmbühl gestellt. Dort entstehen rund 110 Wohneinheiten im bezahlbaren Segment – zu 100 Prozent geförderter Wohnungsbau in Schwenningen. Die Mieten werden deutlich unter zehn Euro pro Quadratmeter liegen. Die Fertigstellung planen wir für 2028, das Investitionsvolumen umfasst rund 27 Millionen Euro. Parallel dazu beschäftigt uns unsere Klimastrategie massiv. Unsere Wohnungsbestände müssen energetisch auf einen aktuellen Stand gebracht werden. Große Projekte laufen bereits, etwa in der Allensteiner Straße und im Bürk-Areal in Schwenningen, wo wir jeweils rund fünf Millionen Euro investieren. Insgesamt rechnen wir im Rahmen unserer Klimastrategie bis 2045 mit Kosten von etwa 60 bis 70 Millionen Euro.“
Damit bleibt der Spagat zwischen bezahlbarem Wohnraum und steigenden Bau- und Sanierungskosten bestehen.
Rainer Müldner: „Absolut. Ein Vorteil ist, dass wir kein renditegetriebenes Unternehmen sind. Wir müssen keine Dividenden erwirtschaften und keine maximale Rendite erzielen. Dennoch müssen wir wirtschaftlich arbeiten und unsere Investitionen selbst tragen. Ohne staatliche Förderungen ist bezahlbarer Wohnraum jedoch nicht realisierbar. Würden wir das Projekt Sturmbühl ohne Förderung umsetzen, lägen die Mieten realistisch zwischen 18 und 20 Euro pro Quadratmeter. Dieses Beispiel zeigt sehr deutlich: Die Kosten steigen rasant, während die Mietpreise gedeckelt bleiben. Das ist und bleibt eine große Herausforderung.“
Auch steigende Energiepreise sind ein Thema. Sie haben frühzeitig gehandelt und den Gaseinkauf bis 2029 abgesichert.
Rainer Müldner: „Rund 70 Prozent unserer Mieterinnen und Mieter sind auf Gas angewiesen. Für sie konnten wir die Preise langfristig sichern. Die Krisen der vergangenen Jahre – etwa der Krieg in der Ukraine – sind für viele unserer Mieter nahezu unbemerkt geblieben, weil wir bereits 2019 gemeinsam mit der SVS die Preise langfristig festgeschrieben hatten. Wir haben nun erneut vorausschauend gehandelt und unseren Bedarf – noch vor dem Iran-Krieg – langfristig eingekauft. Die Preise sind bis Ende 2029 gesichert. Damit schließt sich der Kreis zum Anfang unseres Gesprächs: Genau hier zeigen sich die Vorteile eines regionalen Energieversorgers wie der SVS. Das Zusammenspiel aus vorausschauender Planung auf unserer Seite und kompetenter Beratung durch die SVS macht solche Lösungen überhaupt erst möglich.“
